„Free-Öcalan“-Bus in Hamburg

„Free Öcalan“-Bus wird am Montag, dem 30. Oktober um 18 Uhr in Hamburg eintreffen.

25 Ekim 2017 Çarşamba | Deutsch

Auf einer Rundreise durch verschiedene Städte Europas wird der „Free Öcalan“-Bus am Montag, dem 30. Oktober 2017, um 18 Uhr in Hamburg eintreffen.


Abdullah Öcalan ist seit vielen Jahren der wohl bekannteste Vertreter des Kampfes der Kurdinnen und Kurden für ihre Rechte. 1999 wurde er aus Kenia in die Türkei verschleppt und dort inhaftiert. Während seiner Haft schrieb er zahlreiche Bücher, in denen er sich für eine Demokratisierung der Türkei und den Frieden in der gesamten Region einsetzt. Er entwickelte unter den Bedingungen der andauernden Isolationshaft das Modell des Demokratischen Konföderalismus, welches eine Art der politischen Selbstverwaltung darstellt. Dieses basisdemokratische Verständnis eröffnet die aktive politische Teilhabe für alle Gesellschaftsschichten unabhängig ihrer religiösen und ethnischen Herkunft oder ihres Geschlechtes. Seit sechs Jahren wird dieses Modell als demokratische und feministische Revolution in der demokratischen Konföderation Nordsyrien/Rojava in die Realität umgesetzt und weiterentwickelt.

Von Gefängnis aus initiierte Abdullah Öcalan zahlreiche einseitige Waffenstillstände und unterbreitete konstruktive Lösungsvorschläge. Zwischen 2012 und 2015 führte die AKP-Regierung Verhandlungen mit ihm. Öcalan schlug in diesen Verhandlungen einen schrittweisen Friedensplan vor, welchen die kurdische Bewegung auch umsetzte. Erdogan brach die Verhandlungen im April 2015 ab. Bevor die Friedensgespräche zwischen Öcalan und Vertretern des türkischen Staates für beendet erklärt wurden, setzte die AKP bereits im April 2015 erneut auf die Totalisolation Öcalans. Dem folgte ein umfassender Krieg des türkischen Staates in den Städten Nordkurdistans. Hunderte von ZivilistInnen wurden dabei ermordet. Seitdem ließen in dem Krieg mehrere tausend Menschen ihr Leben. Über 90 kurdische Stadtverwaltungen wurden seitdem unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt, Dutzende kurdische Abgeordnete und Tausende politisch aktive KurdInnen sind in Haft. Die Haftbedingungen Öcalans sind seitdem weiter verschärft worden, ein direkter Kontakt besteht nicht mehr. Weder seine Familienangehörigen noch seine Anwälte konnten ihn in den letzten 18 Monaten  besuchen. Der Umgang des türkischen Staates mit Abdullah Öcalan ist immer ein Spiegelbild seiner Politik gegen die kurdische Bevölkerung.

Am 30. Oktober kommt der durch verschiedene europäischen Städten reisende Bus nach Hamburg, um der Forderung nach "Freiheit von Öcalan und den politischen Gefangenen in der Türkei" Nachdruck zu verleihen.


Veranstaltung am 30. Oktober 2017 um 19 Uhr

Universität-Hamburg (Von-Melle-Park 9, 20146 Hamburg)


  • Prof. Dr. Norman Paech wird von seinen Begegnungen mit Abdullah Öcalan berichten.
  • Der kurdische Politiker Hatip Dicle wird zur aktuellen Lage in der Türkei und Kurdistan referieren. Er ist ehemaliger HEP-Abgeordneter und Mitglied der Imrali-Abordnung, über die die Verhandlungen in den Jahren 2012 bis 2015 zwischen der kurdischen Seite und dem türkischen Staat geführt wurden.
  • Moderation: Cansu Özdemir (MdHB) die Linke


Kundgebung am 31. Oktober 2017 um 12 Uhr an den Landungsbrücken mit dem „Free Öcalan“-Bus


Mit Kundgebung wird der Versuch unternommen, Antworten für die kurdische Frage zu finden, auf die rechtswidrigen Haftbedingungen von Öcalan aufmerksam zu machen und für eine friedliche Beilegung des Konfliktes zu werben und zu streiten.

Eine Veranstaltung des Demokratischen Gesellschaftszentrums der KurdInnen (NAV-DEM) Hamburg. 

 


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